
hinweis: der autor wettet mit sich selbst, das thema “lana del rey” bearbeiten zu können, ohne das wörtchen “hype” zu benutzen
es ist wohl die news des tages, ach was sag ich, des jahres – lana del rey kehrt ihren selbsterstellten videocollagen den rücken und zieht stattdessen mit einem blank polierten hi-fi musikvideo ins rennen.
natürlich ist dieser move gar nicht weiter verwunderlich, denn das debüt-album der künstlerin erscheint nicht bei einem independent label, sondern beim major. statt wackeligen nahaufnahmen von lana vor einer weißen wand, gibt es darum weitwinkel, slow-mo shots, colour-gradings und natürlich tiger… also raubkatzen. eine schöne analogie, denn hinter der sehr zahmen, porzellanhaften erscheinung der sängerin, erwartet man kaum derart kraftvolle songs. so gesehen machen die kirchenkulisse, die tiger und das halbnackte posen mit einem übermäßig tätovierten männlichen model (bradley soileau) vor einer wehenden amerika flagge total sinn. man kann einfach wunderbar viel hinein interpretieren. das video passt perfekt zum wesen der sängerin und dem ganzen aufmerksamkeits-terror rund um die kunstfigur lana del rey. vom indie-nobody mit genug freizeit, um youtube-clips zusammen zu schnipseln, hin zur ungewollten(?) diva, mit haustieren in der popstar-variante. yoann lemoine aka woodkid (regie) war lanas erste wahl für den clip, und so pitchte sie ihre idee und lieferte ihm ein treatment. “ja und dann, weil der song ja ‘born to die‘ heißt, bekiffe ich mich mit meinem freund und wir fahren zusammen in den tod.” einfache idee, aber mal ehrlich, wer hat hier gagaismus oder ähnliches erwartet? das mysteriöse, sowie dieser ständig mitschwingende erotische aspekt, der ihre person umgibt, sind enthalten. also: mission erfüllt. von mir aus müsste trotzdem nicht jeder auf den hype-zug aufspringen. (tja, wette verloren).
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