zurück zu tape.tv

Mit ‘musiksender’ getaggte Artikel

video des tages | jonsi – go do

Donnerstag, 25. Februar 2010


Island … unendliche Weiten. Dies sind die abenteuer eines Landes, dessen einheimische bands einen starken hang zu höchst experimenteller musik hegen. Jón Pór Birgisson muss nicht selten als Paradebeispiel herhalten. Hört man da etwa englische texte hinter jonsis falsettgesang? scheinbar wird die selbsterfundene sing-sprache vonlenska nicht mehr zur unterstützung der musik gebraucht.

nun handelt es sich hier aber auch nicht um des sängers band sigur rós, in der die phantasiesprache erfunden wurde, sondern um sein soloprojekt. "go do" beginnt mit samples aus sing-spur schnipseln, die an den gesang eines exotischen vogels erinnern. da man jonsi selbst als solch einen bezeichnen könnte, überraschen die bunt gefiederten freunde im clip ebenso wenig, wie das outfit des isländers.

verblüffend ist jedoch immer wieder mit welcher sorgfalt dieser mann seine songs produziert. so wird man zeuge seiner scheinbar unerschöpflichen phantasie – und gerade das macht die musik so besonders und hörenswert.

musikalisch ist jonsi längst jeglichen vergleichen mit anderen bands davongeflogen. zum glück.

sigur rós videos auf tape.tv:

glósóli

hoppipolla

saeglópur

gobbledigook

viò spilum endalaust

video des tages | jamie t – emily’s heart

Mittwoch, 24. Februar 2010

Das Canvas Magazine beschrieb ihn als "the Bastard lovechild of billy bragg and mike skinner doing his Best joe strummer Impression". Nachmachen braucht Jamie t allerdings niemanden mehr.

In England geht jüngst der "coming-of-age" hype um. Die britische Serie Skins, die das leben einzelner Mitglieder einer jungen Clique beleuchtet und durch Authentizität besticht, schürt diesen Trend. Achtet man auf den Text des Songs "Emily's Heart", so scheint nicht nur der kleine Junge im Clip mit Adoleszenz Problemen zu kämpfen.

Noch kann der 24-jährige singer/songwriter aus England von der Karriereleiter aus den boden sehen. Bleibt jamie t aber weiterhin so beharrlich in seiner Musikalischen Entwicklung, wird er sicherlich schwindelfrei einige sprossen weiterklettern können.

video des tages | the sounds – no one sleeps when i’m awake

Donnerstag, 18. Februar 2010

Blondie kommt dieser Tage aus Helsingborg und heißt Maja.

Die Sängerin der schwedischen E-Pop band The Sounds hat die Energie
eines startenden Jets und zieht so bei live Auftritten jeden einzelnen im Publikum in ihren Bann.

Mit dem hymnenartigen "No One Sleeps Wen I'm Wake" schwebt man wie auf Synthie-Wolken über eine Stadt in der niemand schläft. Passend dazu zeigt der Clip zwei von Insomnie geplagte Seelen, die sich zu einem Mitternachtssnack treffen.

Am 05.03. erscheint in Deutschland das dritte Studioalbum "Crossing The Rubicon" (via Snowhite) mit dem nicht nur idiomatisch "ein Schritt nach vorn" gewagt wird. Kraftvoll und eingängig belebt das Album die Tanzlaune und die Sehnsucht diese in die Tat umzusetzen.

video des tages | local natives – airplanes

Dienstag, 16. Februar 2010

Es gibt Häuser, in denen Geschichte geschrieben wurde und es gibt solche, die Geschichten erzählen können. 

Gorilla Manor ist nicht nur der Titel des Debüt Albums der Local Natives, sondern auch der Name, den die 5 Musiker einem haus in orange county gaben, welches sie gemeinsam als WG bewohnten.

Ob der Clip zu "Airplanes" einen Spaziergang durch eben jenes Gorilla manor bietet, sei hier dahingestellt. Fakt ist, dass der Regisseur Mark waring mit einer Liebe zum Detail eine aufwendige stop-motion Entdeckungsreise inszeniert. Die Portraits der bandmitglieder an den wänden verblassen zu Totenschädeln, ein Teppich aus laub und wollfäden bahnt sich seinen weg über das Parkett und schließlich werden die wände von Kompost Lawinen durchstoßen.

Ein unbewohntes haus erwacht, durch den filigranen Folk rock der local natives angetrieben, zum Leben. 

Für Fans von Subpops Fleet Foxes, The dodos und the Fruit bats ist diese Band (allerdings bei frenchkiss/infectious erschienen) unumgänglich.

video des tages | rihanna – rude boy

Montag, 15. Februar 2010

Die Collagenwelle geht um in der Musikvideo-Welt.

Melina (über die wir euch hier bereits berichteten) knallt dem Zuschauer die farben um die ohren, dass man glaubt in einen Kessel buntes gefallen zu sein.

Offensichtlich ist die junge Regisseurin ein Fan von M.I.A. und der Rocky Horror Picture Show. Die Lippen gehören aber nicht Magenta (Patricia Quinn), obwohl das ein schönes verfrühtes easter egg gewesen wäre, sondern Rihanna, die sich in funky Outfits (insgesamt 7) vor besagter farbcollage präsentiert.

Das video zu "Rude Boy" spielt mit Jamaika und dance-hall Attributen, mit filmzitaten und schönen Effekten.

video des tages | 50 cent – do you think about me

Mittwoch, 10. Februar 2010

Die Frage "Do You Think About Me" scheint hier fast schon ironisch im Kontext des Videos zur neuen 50 Cent Single gleichen namens.

Wenn die eifersüchtige, wutbetäubte Ex mit Nadeln auf eine Voodoo Puppe einsticht, sich beim perforieren der Reifen im Lamborghini irrt und schließlich sogar ein ganzes EG in die Luft jagt, wohlwissend, dass sich der ehemals Geliebte darin befindet wird sie sicher über jemanden nachdenken. Handelt es sich dabei auch noch um die tatsächliche Ex Vivica A. Fox, die sich hier selbst auf den Arm nimmt, darf geschmunzelt werden.

Zusammen mit dem mittlerweile auf G-Unit Records gesignten Governor lobt sich Curtis 50 Cent in "Do You Think About Me" einmal mehr für seine Eroberungskünste und beklagt sich in entspannter R&B manier gekonnt über die Geldsucht seiner Ex-Freundin.

"i had her eating lobster, now she eating pizza"

video des tages | cécile and venice – rimmel

Dienstag, 09. Februar 2010

Szenen aus einer tchechischen Feministen-Farce der 60er Jahre und Electro-Disco aus Italien bilden bereits in reiner Schriftform schon eine interessante Mischung.

Cécile & Venice heißen die Zauberer, die ihren track "Rimmel" zur gestern veröffentlichten "Gomma Dance Tracks E.P. 2" beigesteuert haben.

Der Peruaner Venice arbeitet als Disco-House Produzent und ist bekannt für seine barocken orchester-klänge und das spiel mit der momentan sehr populären chillwave Ästhetik, die besonders durch memory Tapes, Toro y moi oder washed out (vor Kurzem bei uns in der Rubrik "entdeckt" gefeatured) bekannt wurde und auch auf dem im März erscheinenden Gorillaz Album zu finden ist. Selbiges gilt für den Italiener Cécile, und so ist die Kombination perfekt.

"Sedmikrásky" heißt der 1966 veröffentlichte Film, der die Geschichte zweier junger Mädchen erzählt, die gegen die Welt in der sie leben rebellieren und der hier Auszugsweise vorgestellt wird.

video des tages | die atzen, frauenarzt & manny marc – disco pogo

Montag, 08. Februar 2010

Mit "Remmidemmi" wurde eine Lawine der Mitgröhl Hymnen Losgetreten, die DJ Ötzi langsam aber sicher vom "Apres Ski Hits" Sampler verdrängen dürften. Der Hedonismus scheint hier die neue Religion zu werden und ihre Anhänger heißen "Atzen" oder "Atzin".

Konfetti, Miniröcke, bunte Wayfayers, Truckercaps und ein gut geölter Knarzbass sind die Zutaten für den Spaßkuchen, der sicher nicht mit der Kuchengabel gegessen, sondern vom Boden aufgeleckt wird.
Wichtig bei Partysongs wie "Disco Pogo" ist natürlich, dass der Refrain selbst im überdurchschnittlich berauschten Zustand noch artikuliert werden kann und der videoclip eine ausgelassene stimmung präsentiert. Beides wird hier nach bester Manier ausgeführt.

Die Atzen, Frauenarzt & Manny Marc sind symbolische Prediger einer Rave-Sekte, die mittlerweile immer mehr Nachahmer findet (siehe Finger und Kadel – Laut).

So sollte ein Start in die Woche beginnen: "Disco Pogo Dingelingeling und alle Atzen singen" … und jetzt alle!
 

video des tages | placebo – bright lights

Mittwoch, 03. Februar 2010

In der Entwicklung des androgyn-rock dreiergespanns sind mittlerweile 3 schlagzeugerwechsel, diverse Frisurenwechsel briam molkos und soundveränderungen zu erkennen, doch diese band ist nach wievor wegweisend.

Vom alternative Sound zum Mittlerweile dream-popigen "Bright Lights" ist einiges passiert, doch nach wie vor können Placebo aus einem Song ein energievolles Ereignis machen.

Das video lebt besonders vom editing, was nicht verwunderlich ist, wenn man tony Kearns engagiert. Die band performt auf dem Dach eines Hochhauses, während die Umgebung in ihre Einzelteil zerfällt. Das ganze natürlich in "Bright lights".

Nachwievor beweisen Placebo ihr Können vom Handwerk und füllen nicht unberechtigt große bühnen.

 

weitere editing streiche von tony kearns:

radiohead – just

the chemical brothers – the salmon dance

manic street preachers – a design for life

coldplay – the scientist

snow patrol – run

pulp – disco 2000

muse – time is running out

athlete – wires

video des tages | paramore – brick by boring brick

Dienstag, 02. Februar 2010


Gerade noch einen Song als Hintergrundmusik für einen Hollywood Blockbuster hergegeben, produzieren Paramore ihr eigenes kleines Kino. 

Der Clip zur Single "Brick By Boring Brick" erinnert stark an die visuellen Fantasy-highlights "Pan's Labyrinth" und "The Fall". Auch die sehnlichst erwartete Tim Burton Verfilmung des Carroll Klassikers "Alice Im Wunderland" scheint hier in die Ideenfindung mit eingeflossen zu sein.

Altmeister Meiert Avis wurde Für die Umsetzung der Geschichte über das Leben in Traumwelten beauftragt und zaubert einen Augenschmaus, der sicher noch besser mit einer 3D-Brille zur Geltung kommen würde. 

Sängerin Hayley Williams, zur Abwechslung mal mit blondem Haar, wirkt hier als Erzählerin, während Josh Farro (Gitarrist) eine Grube aushebt, in der das symbolische Schloss, welches die Realität verhüllt, begraben werden soll. 

Nach wie vor kann man dieser jungen Band in punkto eingängige und dabei ehrliche Pop-Punk Nummern nichts nachsagen.

 

weitere Höhepunkte aus dem Portfolio von Meiert Avis:

 

u2 – where the streets have no name

bob dylan – series of dreams

matchbox 20 – unwell

avril lavineg – my happy ending

alanis morissette – everything

new found glory – all downhill from here